Projekthintergrund

Die Porträts und Geschichten sind Ergebnis einer fotojournalistischen Weltreise, bei der die Autoren Menschenfotografiert und interviewt haben, die vom Klimawandel direkt betroffen sind.

Der Klimawandel kennt keine geografischen Grenzen. Seine Auswirkungen sind bereits heute auf allen Kontinenten sichtbar und spürbar. Menschen verschiedener Nationalitäten, die in den unterschiedlichsten Klimazonen unter den unterschiedlichsten Bedingungen leben, werden in ihrem Alltag und in der Sicherung ihrer Lebensgrundlage maßgeblich beeinflusst und müssen versuchen, sich anzupassen. In manchen Gegenden sind Menschen sogar gezwungen, ihre Heimat früher oder später zu verlassen.

Das Fotoprojekt Schicksale des Klimawandels der beiden Schweizer Fotografen Mathias Braschler und Monika Fischer zeigt dies auf eindrucksvolle Weise. Auf einer fotojournalistischen Reise in 16 verschiedene Länder haben Braschler und Fischer überall Menschen getroffen, die ihnen ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit den Veränderungen des Klimas erzählt haben. Braschler und Fischer haben sie porträtiert. In den meisten Geschichten der Menschen haben die konkret spürbaren Auswirkungen des Klimawandels mit Wasser zu tun. In vielen Gegenden gibt es weniger Wasser und die globale Erwärmung führt zur Ausbreitung der Wüsten und damit zu erheblichen Ernteausfällen und Trinkwasserknappheit. In anderen Gegenden gibt es durch das Schmelzen von Gletschern und Permafrost oder den ansteigenden Meeresspiegel zu viel Wasser, so dass Küsten und Böden erodieren und überschwemmen oder Böden und Gewässer versalzen. Fast immer beeinträchtig das die Ernte oder Viehzucht und damit die Existenzgrundlage vieler Menschen.

Monika Fischer sagt dazu im Vorwort zum Buch Schicksale des Klimawandels: „Als wir in all diesen Ländern unterwegs waren, haben wir gesehen, was der Klimawandel konkret bedeutet. Er verändert den Lebensstil, die traditionelle Lebensweise der Menschen. Schon jetzt trifft es die Armen, die Menschen, die einen subsistenten Lebensstil führen.“

Ein Ungleichgewicht besteht dabei vor allem zwischen den vom Klimawandel am stärksten betroffenen Menschen und den denen, die einen Großteil der Emissionen ausstoßen.

Jonathan Watts schreibt dazu: „Die Gesellschaft spaltet nicht nur eine ökonomische, sondern auch eine klimatische Kluft. Diejenigen, die über Emissionswerte entscheiden, sind in der Regel wohlhabende Städter, die in klimatisierten Häusern leben. Die unmittelbar vom Klimawandel Betroffenen dagegen sind oft arm und einem Leben unter ökologisch schwierigen Bedingungen ausgesetzt – in der Nähe sich ausbreitender Wüsten, überschwemmter Flussufer, erodierter Küsten oder schmelzender Gletscher. Überproportional viele der Betroffenen sind Angehörige ethnischer Minderheiten.“

Dennoch ist es keinesfalls so, dass die Auswirkungen des Klimawandels auf die ärmeren Länder der Welt beschränkt sind. Braschlers und Fischers Buch berichtet beispielsweise auch von Dürre und Ernteausfällen in Spanien, Austrocknung ganzer Landstriche in Australien, Schmelzen der Gletscher in der Schweiz und Waldsterben in den USA. Bisher sind nur die reicheren Länder wirtschaftlich in der Lage, die durch den Klimawandel bedingten Probleme auszugleichen und sich anzupassen. Braschler und Fischer halten es für wahrscheinlich, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die Auswirkungen des Klimawandels überall auf der Welt zu einer spürbar realen Bedrohung werden. Braschler: „Die Veränderungen werden sich auch in unseren Städten bemerkbar machen und sich auf unser aller Leben auswirken. Das ist eine reale Bedrohung. Das ist ein wirkliches Problem. Und wir sollten unbedingt etwas dagegen unternehmen.“

Zitate sind aus dem Vorwort von Jonathan Watts zum Buch Schicksale des Klimawandels entnommen.

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