Klimaneutralität für Unternehmen mit Carbon Offsets

Um die globale Erderwärmung, wie im Pariser Klimaabkommen verankert, auf deutlich unter 2°C zu begrenzen, muss sehr schnell ein Wandel hin zu einer klimaneutralen Wirtschaftsweise erfolgen.

UNFCC ClimateNeutralNow
Viele nationale und internationale Institutionen, wie auch die Vereinten Nationen (UN) mit ihrer Initiative „Climate Neutral Now“, werben für dieses Ziel. Wichtige Adressaten dieses Aufrufes sind Unternehmen. Diese spielen eine maßgebliche Rolle beim Klimaschutz befinden sich hier aber auch in einem Dilemma. Trotz großer Anstrengungen sind klimaschädliche CO2-Emissionen als Ergebnis unternehmerischer Aktivitäten nicht vollständig vermeidbar.
Diesen Umstand einfach hinzunehmen, greift für nachhaltige Unternehmen zu kurz. Bereits erzielte CO2-Einsparungen würden nahezu wirkungslos bleiben. Deshalb sollten Unternehmen die volle Verantwortung für alle CO2-Emissionen ihrer Geschäftstätigkeit übernehmen. Sind klimaschädliche Treibhausgasemissionen nicht vermeidbar, muss an anderer Stelle ein Ausgleich erzielt werden. Konkret bedeutet dies durch den Kauf von CO2-Minderungszertifikaten eine CO2-Einsparung in gleicher Höhe in einem zertifizierten Klimaschutzprojekt zu fördern. Diese Vorgehensweise wird als CO2-Kompensation (engl. Carbon Offsetting) bezeichnet.

Eine Analyse der größten Datenbank für Klimaschutzberichte von Unternehmen (CDP, ehem. Carbon Disclosure Project) zeigt, dass bereits 14 Prozent, der berichtenden Unternehmen CO2-Emissionen kompensieren. Bekannte Unternehmen, wie Microsoft, Adidas, Münchner Rück, TUI, Allianz, Deutsche Telekom und Deutsche Post gehen mit gutem Beispiel voran und werben dafür es ihnen gleich zu tun.

Mit den nachfolgenden Antworten zu häufig gestellten Fragen wollen wir Sie bei der Entscheidungsfindung wie CO2-Kompensation und die Klimaneutralstellung des Unternehmens / einzelner Produkte bzw. Dienstleistungen Teil Ihrer Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsstrategie werden kann, unterstützen.

Wofür steht der Begriff „klimaneutrales Unternehmen“?

Ein Unternehmen gilt als klimaneutral, wenn dieses innerhalb der Wertschöpfungskette und durch den Bezug von Energie keine klimaschädlichen Treibhausgase verursacht oder entstehende Emissionen vollständig durch Kompensation ausgleicht.

Was sind häufige Motive für das Kompensieren nicht vermeidbarer Emissionen und die Klimaneutralstellung?

Die Motive der Unternehmen sind so vielfältig wie die kompensierenden Unternehmen selbst. Unter anderem wollen Unternehmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden, eine Führungsrolle in der Bekämpfung des Klimawandels einnehmen oder Kunden und Lieferanten in ihr Klimaschutzengagement einbeziehen. Klimaneutral arbeitende Unternehmen:

  • verursachen im Unternehmen netto keine Treibhausgasemissionen und haben diesbezüglich keinen negativen Einfluss auf das Klima
  • stehen zu Ihrer Verantwortung auch nicht vermeidbare CO2-Emissionen in ihrem Klimaschutzengagement zu berücksichtigen,
  • erlangen ein wichtiges Differenzierungsmerkmal für das Unternehmen und dessen Produkte bzw. Dienstleistungen und
  • erzielen ein eindeutiges und sehr gut kommunizierbares Ergebnis ihres Nachhaltigkeits- und Klimaschutzengagements unterstützt durch das Klimaneutrallabel.

Unternehmen und Privatpersonen achten bei Kaufentscheidungen immer mehr auf den CO2-Fußabdruck der Produkte bzw. der Dienstleistungen. Klimaneutral arbeitende Unternehmen bieten ihren Kunden und Geschäftspartnern damit einen entscheidenden Vorteil.

Welchen Beitrag kann CO2-Kompensation zum Schutz des Klimas leisten?

Um die Klimaveränderungen auf ein gerade noch vertretbares Maß zu begrenzen, muss sehr schnell ein Wandel hin zu einer klimaneutralen Wirtschaftsweise erfolgen. Unternehmen haben dabei zumindest kurz- und mittelfristig mit nicht vermeidbaren Treibhausgasemissionen im Unternehmen oder in der Wertschöpfungskette zu kämpfen. Diese Emissionen haben eine Größenordnung, die mit den Klimaschutzzielen nicht vereinbar ist. CO2-Kompensation kann wesentlich dazu beitragen, dass diese derzeit nicht vermeidbaren Emissionen den Klimawandel nicht weiter voran treiben. Gleichzeitig wird dadurch Zeit gewonnen um die technischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Möglichkeiten für eine weitergehende CO2-Vermeidung durch unternehmensinterne Maßnahmen zu schaffen.

Welchen Regeln sind zu beachten?

Grundlegende Mechanismen, dass CO2-Kompensation zum Schutz des Klimas seine Wirkung entfalten kann, wurden durch die Staatengemeinschaft mit internationalen Klimaschutzabkommen, wie zum Beispiel dem Kyoto-Protokoll geschaffen. Unternehmen können durch die Finanzierung von Klimaschutzprojekten in den sog. Non-Annex I Staaten des Kyoto-Protokolls (Entwicklungs- und Schwellenländer) erzielte CO2-Einsparungen in der CO2-Bilanz des Unternehmens nutzen. Hierfür ist eine Zertifizierung des Projektes erforderlich. Als Bestätigung, dass ein Unternehmen zur Finanzierung einer bestimmten CO2-Einsparungen beigetragen, erhält das Unternehmen aus dem Projekt die entsprechende Anzahl an projektbezogenen CO2-Minderungszertifikaten.

Welche Standorte kommen für Kompensationsprojekte in Frage?

Als Projektstandort sind gemäß internationaler Klimaschutzvereinbarungen nur die sogenannten Non-Annex I Staaten des Kyoto-Protokolls (Entwicklungs- und Schwellenländer) zulässig. Projekte in Industrieländern sind nicht als Kompensationsprojekte nutzbar, da die CO2-Einsparungen der meisten Projektarten in der nationalen CO2-Bilanz berücksichtigt werden um zugesagte CO2-Einsparungen der Staaten zu realisieren. Unternehmen können diese deshalb nicht ein weiteres Mal als Ausgleichsprojekt für deren CO2-Emissionen nutzen.

Wie wird sichergestellt, dass die Kompensationsprojekte die avisierte CO2-Minderung erzielen?

Hochwertige CO2-Kompensationsprojekte werden nach den strikten Regeln des Clean Development Mechanism (CDM) der Vereinten Nationen (UN) und der Gold Standard Foundation umgesetzt. Eine Zertifizierung als Kompensationsprojekt erfolgt nur, wenn das Projekt nicht dem „business as usual“ Szenario entspricht, sondern zusätzlich – erst ermöglicht durch die Finanzierung mittels Kompensationszahlungen – realisiert wird. Die eingesparte CO2-Menge wird dokumentiert und durch eine unabhängige Institution (z.B. TÜV, Deloitte) verifiziert. Für die verifizierte CO2-Einsparung wird dem Projekt anschließend die entsprechende Anzahl CO2-Minderungszertifikate zugeteilt. Ein Zertifikat entspricht dabei einer Tonne eingesparte CO2- Emissionen. Kompensiert ein Unternehmen Emissionen über den Erwerb von projektspezifischen CO2-Minderungszertifikaten, werden diese Zertifikate in einer für jedermann öffentlich einsehbaren Datenbank auf den Namen des Unternehmens stillgelegt. Eine wiederholte Nutzung der Zertifikate ist damit ausgeschlossen. Der angestrebte CO2-Ausgleich ist somit von der Projektumsetzung bis zur Zertifikatenutzung durchgängig abgesichert.

Vernachlässigen Unternehmen eigene Klimaschutzaktivitäten durch die Möglichkeit von CO2-Kompensation?


Studien, wie zum Beispiel der der Universitäten Hamburg und Kassel belegen „[…], dass CO2-Offsetting andere Klimaschutzaktivitäten nicht verdrängt bzw. klimaschädigende Maßnahmen nicht erhöht. CO2-Offsetting geht sogar mir mehr Klimaschutz einher.“ Auf Basis der Umweltberichterstattung von nahezu 2.000 Unternehmen konnte festgestellt werden, dass 87 Prozent der kompensierenden Unternehmen Emissionsminderungsziele haben. Bei den nicht kompensierenden Unternehmen trifft dies nur auf 75 Prozent der Unternehmen zu. CO2-Kompensation ist in der Regel ein Indikator für ein ganzheitliches Klimaschutzengagement unter Einbeziehung eigener Klimaschutzaktivitäten.

Worauf müssen Unternehmen insbesondere achten?

Besonderes Augenmerk müssen kompensierende Unternehmen auf die Erfassung der zu kompensierenden Treibhausgasemissionen und auf die Qualität des Kompensationsprojektes legen.

  1. CO2-Bilanz des Unternehmens Die Ermittlung der Treibhausgasemissionen des Unternehmens (der sog. CO2-Fußabdruck bzw. Corporate Carbon Footprint) muss nach international anerkannten Standards erfolgen. Am häufigsten werden die DIN ISO 140064 oder die Vorgaben des Greenhouse Gas Protocol (GHG-Protokoll) genutzt.

  2. Qualität des Kompensationsprojektes Die zur Kompensation genutzten CO2-Minderungszertifikate sollten den CDM oder dem Gold Standard entsprechen und aus Energieeffizienzprojekten oder Projekten mit Erneuerbaren Energien stammen. Die Projektzertifizierung nach CDM und Gold Standard steht dabei für eine nachhaltige und durch unabhängige Dritte verifizierte CO2-Minderung. Mit der Förderung von Projekten, die in benachteiligten Regionen der Erde neben der CO2-Einsparung den Lebensstandard verbessern und zum Schutz der Umwelt beitragen, können Unternehmen einen mehrfachen Nutzen durch ihre Klimaschutzinvestitionen erzielen.

Wir unterstützt Ihr Unternehmen gern bei der:

  • Erstellung Ihrer CO2-Bilanz (Corporate / Product Carbon Footprint)
  • Potentialermittlung eigener Klimaschutzaktivitäten
  • Kompensation von CO2-Emissionen durch hochwertige Klimaschutzprojekte

Ansprechpartner

Christian Bachmann
Tel.: +49(0)341-253 564-15
E-Mail: E-Mail


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